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Donnerstag

old times

ein spaziergang am hafen von ibiza lauter schicke boote und yachten, deren preis ich wohl niemals erahnen mag - geschweige denn überhaupt wissen möchte -, sind fein dekorat aneinander gereiht und strecken mir ihre funkelnden spitzen zu. mein weißes sommerkleid flattert ein wenig zu weit hoch und ich muss augenblicklich kichern. wenn ich  nicht angetrunken wäre, wäre mir das ganz sicher peinlich gewesen, mein kopf würde rot anlaufen und ich würde verlegen meine hände darüber legen. doch, heute habe ich mal spaß, genieße das leben und tue einfach alles, was ich tun möchte, selbst wenn ich es mehr nicht möchte, als möchte - ich tue es. 
"du lebst nur einmal." 

ich schlendere weiter am strand entlang, die sonne ist längst verschwunden, der mond hat sich angekündigt und es wird nacht. ich laufe in meinem weißen kleid durch die nacht. es ist kühl geworden, angenehm kühl. 
ich drehe mich um mich selbst - meine  touristenführerin, Lira heißt sie, ist verschwunden. vor einer minute war sie noch da. ´Lira?`, erlischt mein schrei in der dunkelheit. keine antwort. ich werde sie schon wiederfinden, gebe ich mir mut.                                                                                                   werde ich nicht.

nun ja, ich weiß ja, wo Lira wohnt. ich gehe weiter am hafen entlang. es scheint mir ein endloslanger weg zu sein, aber ich gehe ihn mit vergnügen, mein schatten leistet mir gesellschaft. 10 meter vor mir steht  ein kleines inselkiosk, vor dem ein altes, runtergekommenes boot steht. ein junger mann sitzt darin. schwarze haare. muskulös. ich wage mir seine schönheit nicht zu vermuten. ich gehe langsam näher. es ist nicht meine art, fremde leute anzusprechen, doch dieser gutaussehende mann hat sofort meine ganze aufmerksamkeit für sich gewonnen. ich bleibe stehen. was soll ich überhaupt sagen? er wird mich nicht mögen, geh einfach wieder. ich drehe um und gehe wieder in die entgegengesetzte richtung. die chance hast du nie wieder, flüstere ich.
ich bleibe abrupt stehen und drehe um. er sieht mich an. ich würde am liebsten schreiend wegrennen, doch seine augen raten mir davon ab. er fängt an zu lächeln. ´Suchst du was?´ fragt er charmant. ´Nein... obwohl eigentlich suche ich meine Touristenführerin Lira.´ sei einfach du selbst!  nein, sei nicht du selbst!  ´Wie sieht sie denn aus?´ fragt er interessiert, was mich deutlich wunderte. ´Rote Locken, Springerstiefel und schwarzes Kleid.´ ich lächle zaghaft. ´Hast du sie hier vielleicht vorbeikommen sehen?´ er schüttelt den kopf und lächelt dabei kokett. ´Was machst du hier?´ ich gehe ein paar schritte auf ihn zu. ´Ich mache hier Urlaub, wozu sollte man wohl sonst nach Ibiza kommen. Was machst du hier?´  ´Ich bin aus dem selben Grund hier.´ ´Und warum sitzt du in diesem schäbigen Boot?´ ich  gehe wieder ein stück näher. er lacht und schaut mir tief in die augen.  ich steige in das boot, er hilft mir höflich hinein. ich werde rot. ´Ist dir kalt?´ ich starre ihn an. ´Nein.´ , log ich. lügen sind kein guter anfang. er steht auf, zieht seine jacke aus und reicht sie mir. ´Danke.´ ich setze mich wieder hin. er sitzt mir gegenüber und schaut mich fixierend an. ich könnte die ganze welt umarmen.
wir kommen ins gespräch und reden und reden und reden, bis tief in die nacht hinein. kommen uns immer näher und sind letztendlich so weit, dass wir gar nicht mehr reden, nur beiläufig. 
doch, plötzlich kommt lira um die ecke und sieht mich. ´Da bist du ja.` erst dann merkt sie, dass es ein ungünstiger zeitpunkt ist und flüstert verlegen : ´Ich gehe schonmal nach Hause, du weißt ja wo ich bin. Bis dann...´ ich schaue ihn wieder an. `Du ich muss auch langsam gehen...´ sagt er mit betroffener miene. 
`Sehen wir uns wie...` beginne ich, doch da küsst er mich auch schon und mein ganzer körper wird steif und vollgepumpt mit glück. 

Nove 


1 Kommentar:

may hat gesagt…
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